Inzwischen nicht mehr nur
Manhattan, Sonntag vor einer Woche war ich nämlich auf einem dieser Gospel-Gottesdienste in Harlem. Wunderschön!!! Ein bisschen wie die "schwarzen" Gottesdienste, die man so aus dem Fernsehen kennt... Die Gemeinde scheint auch explizit Besucher einzuladen, es waren im "Publikum" nämlich recht viele Nicht-Amerikaner, und es wurde während des Gottesdienstes auch von "unseren Gästen" gesprochen
und dazu aufgerufen, die "Menschen aus aller Welt" zu begrüßen. Woraufhin sich prompt die Gemeindemitglieder an ihre Banknachbarn gewandt haben um Hände zu schütteln, sich vorzustellen und "welcome" zu sagen - schöne Geste, fand ich! Fotos leider nur von außen, während des Gottesdienstes wollten sie das nicht - ist ja auch völlig okay :-)Am Mittag waren wir dann im Central Park, wo eine große Demonstration mit dem Motto "Save Darfur" stattfand, mit verschiedenen Bands und Rednern. Madeleine Albright hat dort auch gesprochen, aber bevor wir hin gekommen sind - ich hatte ja gedacht, dass die "großen" Namen für den Schluss aufgehoben werden würden, aber da wurde wohl keine der üblichen Hierarchien angewendet :-)

Mit "wir" meine ich in dem Fall übrigens Caroline, die gerade bei Thomas zu Besuch ist; Isabel, eine Deutsche, die mit mir zusammen studiert und mit der ich mich angefreundet habe (siehe Foto) und Tobias, der wiederum gerade Isabel besucht hat ;-)Ich bin dann alleine nach Little Italy runtergefahren, um mich mit zwei anderen Leuten zu treffen, und aufs San Gennaro Street Festival zu gehen. Angeblich ist das New Yorks ältestes, größtes Straßenfestival - sehr italienisch gefärbt durch die Tatsache, dass es eben im italienischen Viertel stattfindet. Soooo toll war das aber gar nicht - laut und voll eben, wie man es von solchen Veranstaltungen so kennt. Aber gutes Essen gab es natürl
ich - und auch etwas so seltsames, dass wir es natürlich probieren mussten: Deep-fried Oreos. Die, die schonmal in den USA waren, werden "Oreos" als "leckere Kekse" identifizieren können...in diesem Fall sehr dunkle, schokoladige Doppeldeckerkekse mit Cremefüllung dazwischen. Aber das reicht wohl noch nicht, die Dinger haben einen Teigmantel gekriegt, wurden fritiert und mit Puderzucker bestäubt. Schmeckt gar nicht so übel, aber mehr als zwei kann man nicht wirklich davon essen. Aber in einem Land, in dem man sogar fritierte Mars-Riegel kriegt sollte mich sowas ja nicht mehr überraschen ;-)Am Donnerst
ag war ich - wie ja schon aufgeregt berichtet - bei dem Joschka-Fischer Vortrag und bin danach beim Hauptsitz der Vereinten Nationen vorbeigelaufen weil ich mal sehen wollte, wie krass die Sicherheitsvorkehrungen wegen der UN-Vollversammlung den so aussehen. Naja, man wird ab und zu mal angehalten weil vor nem Tagungshotel oder wo auch immer man grade vorbeiläuft grade irgendwer Wichtiges aussteigt und man dann eben nicht hin- oder vorbei darf, es sind einige Straßen gesperrt und natürlich viel Presse und Polizei und ein paar Demonstranten da - aber ich hatte mir das extremer vorgestellt, wenn man sich überlegt WIE VIELE Staatsoberhäupter da grade auf einem Fleck zusammen sind.Und abends gab es dann gleich die nächste Veranstaltung, ein
e Podiumsdiskussion mit dem preisgekrönten TV-Journalisten Anderson Cooper und zwei Ärzten von "Ärzte ohne Grenzen" - sehr interessant, sehr aufwühlend, was dort berichtet wurde. Auf dem Fußweg dahin war gleich die nächste Demo - gegen den Irak-Krieg, in losem Zusammenhang mit dem Todestag John Lennons, mit einer großen Fläche voller Kinderschuhe mit angehefteten Namen und Alter jeweils eines Kindes, das im Irak-Krieg gestorben ist.Tja, und diesen Sonntag war ich "nur" im einem Museum, mit einer Ausstellung über den Einfluss von Printmedien auf die amerikanische Geschichte, unter anderem ging es natürlich um William Randolph Hearst (meine ehemaligen KommilitonInnen werden sich vielleicht erinnern ;-) ). Dann noch eine Weile im "Village" in Manhattan rumgelaufen und abends in einer Bar mit dem Motto "The home of Anti-Folk" gewesen, mit wechselnden Musikern, sehr unterhaltsam :-)



